Jüdische Gemeinde Nürnberg

Fast 1.000 Jahre jüdische Geschichte

Die Geschichte der Jüdischen Gemeinde Nürnberg reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück und ist eng mit der Geschichte der Stadt verbunden. Über Jahrhunderte hinweg prägten jüdische Kaufleute, Unternehmer, Ärzte, Wissenschaftler und Mäzene das wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Leben Nürnbergs entscheidend mit. Das jüdische Leben war ein selbstverständlicher Bestandteil der Stadt und trug wesentlich zu ihrer Entwicklung bei.

Mit dem Nationalsozialismus wurde dieses blühende jüdische Leben nahezu vollständig ausgelöscht. Die Nürnberger Gesetze von 1935 machten die Stadt zum Symbol staatlicher Entrechtung. Die Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz wurde bereits im August 1938 abgerissen, und fast die gesamte jüdische Bevölkerung wurde verfolgt, deportiert und ermordet oder zur Flucht gezwungen. Mit ihr verlor Nürnberg einen bedeutenden Teil seines kulturellen, wirtschaftlichen und geistigen Erbes. Das deutsch-jüdische Bürgertum, das Deutschland über Generationen hinweg entscheidend mitgeprägt hatte, wurde nahezu vollständig vernichtet.

Mit dem Nationalsozialismus wurde dieses blühende jüdische Leben nahezu vollständig ausgelöscht. Die Nürnberger Gesetze von 1935 machten die Stadt zum Symbol staatlicher Entrechtung. Die Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz wurde bereits im August 1938 abgerissen, und fast die gesamte jüdische Bevölkerung wurde verfolgt, deportiert und ermordet oder zur Flucht gezwungen. Mit ihr verlor Nürnberg einen bedeutenden Teil seines kulturellen, wirtschaftlichen und geistigen Erbes. Das deutsch-jüdische Bürgertum, das Deutschland über Generationen hinweg entscheidend mitgeprägt hatte, wurde nahezu vollständig vernichtet.

Neuanfang nach der Shoah

Nach der Shoah schien jüdisches Leben in Nürnberg kaum mehr vorstellbar. Dennoch wagten Überlebende gemeinsam mit jüdischen Displaced Persons den Neuanfang und bauten die Gemeinde Schritt für Schritt wieder auf.

Eine entscheidende Stärkung erfuhr die Gemeinde Anfang der 1990er Jahre durch die Zuwanderung vieler Jüdinnen und Juden aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Die Integration dieser Familien war eine große Herausforderung und zugleich eine herausragende Leistung der Gemeinde. Heute prägen sie das religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Leben der Gemeinde maßgeblich mit.

Die Gemeinde heute

Heute ist die Jüdische Gemeinde Nürnberg eine der größten jüdischen Gemeinden Bayerns und ein lebendiges religiöses, kulturelles und soziales Zentrum.

Zu ihren Einrichtungen gehören:

  • die Synagoge
  • das Gemeindezentrum
  • das Seniorenwohnheim
  • der ambulante Pflegedienst
  • die Kindertagesstätte Gan Schalom
  • ein koscherer Lebensmittelladen
  • vielfältige Bildungs-, Kultur- und Begegnungsangebote für alle Generationen.

Jährlich besuchen Tausende Schülerinnen und Schüler, Studierende, Lehrkräfte, Angehörige von Polizei und Bundeswehr sowie zahlreiche Besuchergruppen die Synagoge und das Gemeindezentrum. Die Vermittlung jüdischer Geschichte, Religion und Tradition sowie der Dialog mit Schulen, Kirchen, Hochschulen und vielen gesellschaftlichen Institutionen gehören zu den wichtigsten Aufgaben der Gemeinde.

Das Vermächtnis von Arno Hamburger

Untrennbar mit dem Wiederaufbau und der Entwicklung der Gemeinde verbunden ist Arno Hamburger. Als langjähriger Vorsitzender prägte er über Jahrzehnte das jüdische Leben in Nürnberg und setzte sich mit außergewöhnlichem Engagement für Versöhnung, Erinnerungskultur, den christlich-jüdischen Dialog und ein friedliches Miteinander ein. Mit der Benennung der Arno-Hamburger-Straße hat die Stadt Nürnberg sein außergewöhnliches Lebenswerk gewürdigt.

Engagement für die Stadtgesellschaft

Die Entwicklung der Jüdischen Gemeinde spiegelt zugleich den Wandel Nürnbergs wider – von der Stadt der Reichsparteitage zur Stadt der Menschenrechte. Die Gemeinde engagiert sich aktiv gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit. Sie versteht sich als Ort der Begegnung, der Bildung und des Dialogs und leistet einen wichtigen Beitrag zu einem respektvollen und vielfältigen Zusammenleben.

Mit Zuversicht in die Zukunft

Der heutige Vorstand sieht es als seine Aufgabe an, das Werk der Frauen und Männer fortzuführen, die nach der Shoah den Mut zum Neuanfang hatten und über Jahrzehnte hinweg eine lebendige Gemeinde aufgebaut haben. Er fühlt sich dem Vermächtnis von Arno Hamburger und all jenen verpflichtet, die jüdisches Leben in Nürnberg wieder möglich gemacht haben.

Unsere Gemeinde blickt trotz aller Herausforderungen mit Zuversicht nach vorne. Wir hoffen, dass jüdisches Leben in Deutschland weiterwachsen und gedeihen kann und dass es eines Tages gelingt, wieder an den außergewöhnlichen geistigen, kulturellen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Reichtum des deutschen Judentums anzuknüpfen. Dieses Erbe wurde durch die Shoah nahezu ausgelöscht. Es wieder sichtbar werden zu lassen, verstehen wir als Auftrag für die Zukunft – gemeinsam mit allen Menschen, die sich für Demokratie, Menschenwürde und ein friedliches Miteinander einsetzen.

Unsere Gemeinde blickt trotz aller Herausforderungen mit Zuversicht nach vorne. Wir hoffen, dass jüdisches Leben in Deutschland weiterwachsen und gedeihen kann und dass es eines Tages gelingt, wieder an den außergewöhnlichen geistigen, kulturellen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Reichtum des deutschen Judentums anzuknüpfen. Dieses Erbe wurde durch die Shoah nahezu ausgelöscht. Es wieder sichtbar werden zu lassen, verstehen wir als Auftrag für die Zukunft – gemeinsam mit allen Menschen, die sich für Demokratie, Menschenwürde und ein friedliches Miteinander einsetzen.

Mehr erfahren

Wer mehr über die Geschichte der Jüdinnen und Juden in Nürnberg sowie über bedeutende Persönlichkeiten, Familien und das jüdische Leben in unserer Stadt erfahren möchte, dem empfehlen wir das Buch „Im Schatten der Burg – Jüdisches Leben in Nürnberg“. Es vermittelt einen umfassenden Einblick in nahezu 1.000 Jahre jüdischer Geschichte Nürnbergs und zeigt eindrucksvoll, wie eng die Geschichte der Stadt und ihrer jüdischen Bürger miteinander verbunden sind.

Die Publikation können Sie gegen eine Schutzgebühr von 7 € (Softcover) bzw. 10 € (Hardcover) bei uns unter presse@ikg-n.de bestellen. “Im Schatten der Burg” ist in Deutsch und Englisch verfügbar.

Die Publikation können Sie gegen eine Schutzgebühr von 7 € (Softcover) bzw. 10 € (Hardcover) bei uns unter presse@ikg-n.de bestellen. “Im Schatten der Burg” ist in Deutsch und Englisch verfügbar.